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Formel Acker

Packende Zweikämpfe, brüllende Motoren und knackige Bauerngirls in der Boxengasse: Das Traktorrennen im hessischen Altenschlirf bietet Rennsport pur, ohne Kommerz und Schickimicki-Getue.

Der Startschuss fällt – und plötzlich erzittert der Boden. Wie eine Büffelherde setzen sich mehr als 45 Traktoren in Bewegung, Monsterreifen krallen sich in die Piste, alte Dieselmotoren nageln im Akkord. Mit ohrenbetäubendem Lärm jagt ein halbes Dutzend Traktoren auf die erste Kurve zu und erreicht dabei 70 km/h.

Die Zuschauer johlen, Bauernmädels in knappen weißen Shorts feuern die Piloten an. Eine gewaltige Staubwolke folgt dem ersten Starterfeld, brennt in den Augen und vernebelt die Sicht. Durch den Staub tuckern schließlich die schwächeren Trecker mit gemütlichen 40 km/h dahin.

Doch Geschwindigkeit ist nicht alles bei den 24 Stunden von Altenschlirf.

Bei dem Oldtimer-Traktorrennen – keines der Fahrzeuge darf jünger sein als Baujahr 1975 -zählt vor allem die Ausdauer. Denn Mensch und Material sind enormen Belastungen ausgesetzt.

Das zeigt sich bei den waghalsigen Überholmanövern auf der 4,5 Kilometer langen Strecke: Die schnellen Trecker müssen sich mit ihren riesigen Reifen an den langsamen vorbeiquetschen und schaukeln sich dabei dramatisch auf. Wenn es eng wird, schliddern die Fahrer am Streckenrand über den Acker entlang, Dreck und Gras spritzen meterhoch und nehmen den nachfolgenden Piloten die Sicht.

Manchmal verschätzen sich die tollkühnen Landwirte in ihren aufgemotzten Feld-Boliden: Zweimal während des Rennens überschlagen sich Trecker, doch die Piloten kommen mit leichten Blessuren davon. Abgesehen von den gefährlichen Kurven können die Zuschauer ganz nah an die Strecke und erleben Rennsport pur.