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Positive Signale für Formel-1-Start in Spielberg aus Großbritannien

Spielberg – Die Formel 1 steuert nach der Corona-Zwangspause angeblich einen Saisonstart ohne Zuschauer in Österreich an. Auf das Rennen in Spielberg am 5. Juli könnten dann zwei WM-Läufe vor leeren Rängen in Silverstone folgen, berichtete die BBC unter Berufung auf einen vorläufigen Plan der Rennserie.

Die Formel-1-Spitzen hatten am Donnerstag in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten, Beschlüsse aber zunächst vertagt.

Grünes Licht aus Österreich

Österreich war auch im ursprünglichen Rennkalender für den 5. Juli als Gastgeber eingeplant. Sportminister und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hatte zuletzt gesagt, dass die Regierung einem Geisterrennen „zumindest nicht im Wege stehe“. Auch die Formel-1-Verantwortlichen von Red Bull halten eine Veranstaltung ohne Zuschauer auf dem hauseigenen Kurs in der Steiermark für machbar, sofern es bis dahin die Beschränkungen in der Corona-Pandemie zulassen.

Reduzierung der Budgets in Arbeit

Noch kein Ergebnis gab es beim Online-Treffen der Chefs auch in der Debatte um eine weitere Reduzierung der für 2021 beschlossenen Budgetgrenze. Einig sind sich die Teams zwar darin, statt rund 161 Millionen Euro pro Jahr künftig nur 138 Millionen als Ausgabenlimit anstreben zu wollen. Doch vor allem kleinere Rennställe drängen auf eine noch niedrigere Summe. Im Raum stehe nun eine stufenweise Absenkung von 133 Millionen Euro im nächsten Jahr auf rund 120 Millionen Euro in der Saison 2022, berichteten Fachmedien.

Vettel kein Freund von Geisterrennen

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hofft indes, dass die Formel 1 andere Lösungen als Geisterrennen findet, um die Coronakrise zu bewältigen. „Ich bin kein Fan davon“, sagte der Deutsche in einer Telefonkonferenz seines Teams: „Ein Rennen ohne Zuschauer ist fad und nicht richtig.“ Gleichwohl weiß der 32-Jährige, dass Rennen ohne Zuschauer an der Strecke eventuell nötig sein werden, damit alle Teams die Krise überstehen.

„Man sollte keine Schnellschüsse machen“ und zunächst die weitere Entwicklung der Pandemie abwarten, meinte Vettel: „Es ist auch im Fernsehen nicht das Gleiche, wenn man keine Zuschauer vor Ort hat.“

Vettel kein Fan der Konsole

Während sein Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc jüngst auch an der Konsole seine fahrerische Klasse unter Beweis gestellt hat, kann Sebastian Vettel der virtuellen Formel 1 wenig abgewinnen. „Ich habe ihm nicht gratuliert. Ich habe es zwar mitbekommen, aber das ist nichts für mich“, sagte Vettel. Leclerc hatte Anfang April den eSport-GP von Australien gewonnen.

Allerdings würden seine Freunde Druck auf ihn ausüben, daher habe er sich einen Simulator besorgt, erzählte der 32-jährige Vettel: „Aber den muss ich erstmal installieren. Außerdem habe er „noch nicht viel Übung, und ich will mich auch nicht blamieren.“ Unabhängig davon, wie geschickt er sich dann tatsächlich an der Konsole anstellen wird, stellte Vettel klar: „Ich strebe keine virtuelle Karriere an.“

Zahlreiche Absagen

Aufgrund der Coronakrise sind bereits neun der geplanten 22 Saisonrennen abgesagt oder verschoben worden. Auch der für Ende Juni anvisierte Starttermin beim Grand Prix in Frankreich wird wohl ins Wasser fallen, weil Staatspräsident Emmanuel Macron sämtliche Großereignisse bis Mitte Juli verboten hat. Das für den 30. August geplante Rennen in Spa kann ebenfalls nicht zum ursprünglichen Termin stattfinden, weil Belgien alle Großereignisse bis zum 31. August untersagt hat. Die Formel 1 hofft dennoch, mit einem umgebauten Kalender noch bis zu 18 Rennen fahren zu können, nötigenfalls bis Jänner.